Weimarer Dreieck

Das Weimarer Dreieck ist Zeugnis eines gelungenen Aussöhnungsprozesses zwischen Deutschland und seinen beiden größten unmittelbaren Nachbarn im Westen und Osten nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Dabei wurde die deutsch-französische Freundschaft schon zu Beginn der 1960er Jahre mit dem Élysée-Vertrag auf eine solide Grundlage gestellt. Die Komplettierung dieses besonderen Verhältnisses um den östlichen Partner Polen war erst nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, der Europa bis 1989 teilte, möglich.

Skubiszewski, Genscher, Dumas Bild vergrößern Gründungsväter des Weimarer Dreiecks 2006 in Weimar (© dpa/picture alliance) Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski, die drei Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens,  einigten sich am 28. August 1991, dem Geburtstag Goethes, in Weimar auf eine „Gemeinsame Erklärung“, mit der die vertiefte Freundschaft zwischen Deutschland, Frankreich und Polen begründet wurde.

Dieses „Weimarer Dreieck“ hatte das Ziel, nach der Überwindung der Teilung Europas durch die friedlichen Revolutionen 1988/89 die Annäherung Polens an die europäischen und transatlantischen Strukturen zu fördern. Gleichzeitig sollte allen neuen Demokratien in Mittel- und Osteuropa die Tür zu einer zügigen Integration offen stehen.

Nach dem Beitritt Polens zu NATO und Europäischer Union (1999 bzw. 2004) stand das Weimarer Dreieck vor neuen Aufgaben. 2007 warb Polens neu gewählter Ministerpräsident Donald Tusk in seiner ersten Regierungserklärung für die aktive Wiederbelebung des dreiseitigen Gesprächs- und Konsultationsforums. Die neue Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vom Dezember 2013 verpflichtet, die „Zusammenarbeit mit Frankreich und Polen im Weimarer Dreieck zu intensivieren“. Bei seinem Antrittsbesuch in Warschau am 19. Dezember 2013 unterstrich auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung des Weimarer Dreiecks für die Weiterentwicklung der Europäischen Union.

Das Weimarer Dreieck dient aktuell dem Gedankenaustausch und der politischen Diskussion zwischen drei wichtigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Auf allen politischen Ebenen finden regelmäßige Treffen zu aktuellen europäischen und außenpolitischen Themen statt.

  Komorowski, Merkel, Sarkozy Bild vergrößern Weimarer Dreieck der Staats- und Regierungschefs in Warschau (7.2.2011) (© RegierungOnline/Kugler) Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der polnische Staatspräsident Bronisław Komorowski trafen sich zuletzt im Februar 2011 in Warschau. 

Im Februar 2012 tagten die Außenminister in Berlin, und im Juli 2013 führten die Europaminister politische Gespräche in Heilbronn.

Die Fülle an Vereinen, Organisationen und Bürgerinitiativen, die sich im Weimarer Dreieck engagieren, spricht für das starke zivilgesellschaftliche Interesse an der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen. Dafür stehen auch die Fahnen der drei Länder, die seit 1991 vor dem Weimarer Rathaus wehen.

Weimarer Dreieck

Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas, Krzysztof Skubiszewski

Die Gemeinsame Erklärung der Außenminister zur Zukunft Europas. Weimar, 29. August 1991

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Warschau begrüßt Staatsminister Roth

Deutsche Botschaft Warschau

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, nimmt am 13. und 14. Juni am Treffen der Europaminister im Weimarer Dreieck in Warschau teil.

Wichtige Links

Flaggen der EU, Frankreichs, Polens und Deutschlands vor Deutschem Nationaltheater WEimar

Der 2010 gegründete Verein Weimarer Dreieck e.V. bietet eine offene Plattform für Verständigung und Freundschaft.

Französische Botschaft in Warschau

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Französischen Botschaft in Warschau!