Ausbau des Polnisch-Unterrichts für in Deutschland lebende Polen

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Polen-Koordinator Ministerpräsident Dietmar Woidke hat sich am 1. Juni in der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen Ausbau des Polnisch-Unterrichts für in Deutschland lebende Polen stark gemacht. 

Die Regierungschefs stimmten bei ihrer Konferenz in Berlin einem von Ministerpräsident Dietmar Woidke in Abstimmung mit dem Bundeskanzleramt eingebrachten Vorschlag zu, wonach der Unterricht für polnischstämmige Bürger sowie Polen in Deutschland vorangebracht werden soll. Woidke: "Die Länder müssen wissen, welchen Bedarf es tatsächlich gibt. Daran muss sich das künftige Angebot orientieren."       

Mit dem Beschluss wird die Kultusministerkonferenz der Länder beauftragt zu prüfen, mit welchen Instrumenten der Bedarf an herkunftssprachlichem Polnisch-Unterricht ermittelt und für vorhandene Bildungsangebote stärker geworben werden kann. Bisher ist die Nachfrage nach herkunftssprachlichem Unterricht relativ gering. Dies kann daran liegen, dass bestehende Unterrichtsangebote potentiellen Interessenten nicht bekannt sind. Das Angebot in den einzelnen Bundesländern ist dabei sehr unterschiedlich.

Woidke kündigte an, dass Brandenburg eigene konkrete Maßnahmen ergreifen wird, um den herkunftssprachlichen Polnisch-Unterricht auszubauen. So gibt es bereits jetzt ein Anrecht auf diesen Unterricht. Er wird derzeit von 167 Schülerinnen und Schülern wahrgenommen. Künftig soll die Nachfrage systematisch bei der Einschulung und dem Übergang in die weiterführende Schule abgefragt und erfasst werden. Die Abfragen sollen zum Schuljahr 2018/2019 starten. Woidke: "Wir wollen herkunftssprachlichen Unterricht aufwerten und reagieren damit auch auf den zunehmenden, begrüßenswerten Zuzug von Polen nach Brandenburg. Mehrsprachigkeit fördert die Integration und nützt damit allen."