25 Jahre Nachbarschaftsvertrag: Deutsch-polnische Kommunalpartnerschaftskonferenz in Berlin

 Bild vergrößern (© Kosowska) Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag wird 25 – als Höhepunkt des Jubiläumsjahres wurde die bilaterale Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene am 16. November mit einer deutsch-polnischen Konferenz im Auswärtigen Amt gewürdigt. Am Abend fand auf Einladung von Außenminister Steinmeier ein Empfang zu Ehren der polnisch-stämmigen Menschen in Deutschland statt.

25 Jahre gute Nachbarschaft – in den vergangenen elf Monaten haben anlässlich dieses Jubiläums hunderte von Veranstaltungen in Deutschland und Polen stattgefunden. Viele Menschen kennen „die Narben der deutsch-polnischen Geschichte noch aus der eigenen Lebensgeschichte“, sagte Außenminister Steinmeier in seiner Begrüßungsrede. Die heutige Vertrautheit der Beziehungen komme nicht von ungefähr: „Es ist die Frucht einer Annäherung zwischen unseren beiden Ländern, über Jahrzehnte hinweg, getragen von vielen zwischenmenschlichen Initiativen und Kontakten.“

Dennoch: die guten Beziehungen seien kein Automatismus, so Staatsminister Roth bei der Eröffnung der Konferenz. Im Gegenteil, sie müssen Tag für Tag gepflegt und beschützt werden, denn gerade in letzter Zeit habe es im guten bilateralen Verhältnis auch „den einen oder anderen schrillen Zwischenton gegeben.“

Mehr als 500 deutsch-polnische Kommunalpartnerschaften  Bild vergrößern (© Kosowska) Umso wichtiger sei  die Arbeit derjenigen, die am Mittwoch zu Gast im Auswärtigen Amt waren: die rund 500 Vertreterinnen und Vertreter deutsch-polnischer Kommunalpartnerschaften. Ob Jugendaustausch, gemeinsame Kulturprojekte oder wirtschaftliche Zusammenarbeit – die deutsch-polnischen Beziehungen auf kommunaler Ebene sind eng und verflochten, Landkreise, Städte und Gemeinden arbeiten eng zusammen.

Auf diese Weise habe sich ein starkes menschliches Fundament entwickelt, so Steinmeier, das Grundlage für die politische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen sei. Die enge kommunale Zusammenarbeit habe sogar den Wandel in der politischen Wahrnehmung herbeigeführt, sagte Staatsminister Roth. Als Beispiel nennt er die friedliche Revolution von 1989, die in Danzig ihren Anfang nahm, von der Protestbewegung in Leipzig aufgegriffen wurde und schließlich den Grundstein legte für die deutsche Einheit und das Zusammenwachsen Europas.

Bundesregierung fördert deutsch-polnische Beziehungen  Bild vergrößern (© Kosowska) Schwerpunkte der Konferenz waren bilaterale Ausbildungskonzepte, die Förderung von Sprachkompetenz und die Themen Migration und Integration – in unterschiedlichen Panels und Workshops tauschten sich die Teilnehmenden zu diesen Themen aus.

Die Bundesregierung unterstützt den weiteren Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen. So solle zum Beispiel der Polnischunterricht an Schulen erweitert werden, so Staatsminister Roth. In der kommenden Woche fände zudem eine Vorbereitung zum Runder Tisch mit der polnischen Regierung in Berlin statt, um über Anliegen polnisch-stämmiger Menschen in Deutschland und der deutschen Minderheit in Polen zu sprechen. Für 2017 habe der Bundestag zudem beschlossen, die Mittel für das deutsch-polnische Jugendwerk um eine Million Euro zu erhöhen.

Zum Abschluss des Tages fand auf Einladung von Außenminister Steinmeier am Abend ein Festempfang zu Ehren der polnisch-stämmigen Menschen sowie der Polinnen und Polen in Deutschland statt.

Deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag

Der am 17. Juni 1991 geschlossene Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit markiert einen Abschluss und einen Neuanfang.