Gedenken an die „Oberschlesische Tragödie“

 Bild vergrößern (© S.H.) Am 29. Januar gedachten auf Einladung des Vorsitzenden des Verbands der Sozial-Kulturellen Gesellschaften der Deutschen in Polen, Bernhard Gaida, zahlreiche Gäste der Deutschen Minderheit und der polnischen Mehrheit dem Schicksal der oberschlesischen Deutschen, die ab Januar 1945 und nach Kriegsende in das Internierungs-/Arbeitslager Lamsdorf verbracht wurden.

Das Gedenken begann mit einer Andacht in der St. Maria-Magdalena Kirche in Lamsdorf und wurde auf dem Friedhof mit Kranzniederlegungen und Reden fortgesetzt. Vor den zahlreich erschienenen Gästen, unter anderen dem Abgeordneten des Sejm, Ryszard Galla, der Bevollmächtigten des Woiwoden für Nationale Minderheiten, Frau Bożena Kalecińska, dem Vizemarschall der Woiwodschaft Oppeln, Herr Roman Kolek und der Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln, Sabine Haake, sprach das Vorstandmitglied des Verbands der Sozial-Kulturellen Gesellschaften der Deutschen in Polen, Rafal Bartek, über die anhaltende Notwendigkeit aus der Geschichte zu lernen.

Er betonte die große Wertschätzung der Angehörigen der deutschen Minderheit angesichts der Tatsache, dass es nunmehr Gedenkstätten wie das Lager Lamsdorf gäbe und dass inzwischen das Tabu, das jahrzehntelang die öffentliche Diskussion über die Gräueltaten unterband, gefallen sei. Nunmehr sei es möglich, in aller Öffentlichkeit an die schrecklichen und menschenverachtenden Praktiken, die Tausenden von deutschen Zivilisten in den Jahren 1945-46 in Lamsdorf und in anderen Lagern das Leben gekostet haben, zu erinnern und die Opfer zu ehren. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung hatten die Gäste Gelegenheit, sich im zentralen Museum der Kriegsgefangenen in Lamsdorf über den neuesten Katalog zur Dauerausstellung zum Lager zu informieren und anschließend weiter darüber zu diskutieren.

Gedenken an die „Oberschlesische Tragödie“