Verleihung des Journalistenpreises für Klimaschutz

 Bild vergrößern (© EKOS)

Der Gesandte, Manfred Huterer, sprach während der Gala im Warschauer Königsschloss und verlieh Journalistenpreise für Klimaschutz in der V. Auflage des Wettbewerbs, das von Klub EKOS, der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt und der Deutschen Botschaft in Warschau organisiert wurde.

Ehrenpreis:
Ewa Podolska – Radio TOK FM,
Team von Dr. Marcin Popkiewicz,
Tomasz Ulanowski – „Gazeta Wyborcza”

I. Preis:
Joanna Tryniszewska una Joanna Klimowska-Kronic – „Podmuch energii” in TVP 1

II. Preis:

Bartłomiej Derski –  „Na węglu świat się nie kończy. Zwłaszcza na Śląsku” auf www.WysokieNapiecie.pl

III Preis:

Tomasz Rożek –  „Bakterie z zaświatów” in „Gość Niedzielny”

Auszeichnungen:

Justyna Kamińska – „Termomodernizacja. Dlaczego się opłaca?”
Karolina Baca-Pogorzelska –  „Dziennik Gazeta Prawna”
Mariusz Karwowski–  „Recykling… dwutlenku węgla”


***

Rede des Gesendten M. Huterer während der Verleihung des Journalistenpreises für Klimaschutz

-Es gilt das gesprochene Wort-

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Welt um uns steht in Flammen,  sie ist „aus den Fügen geraten“, so hat es der ehemalige Außenminister und jetzige Bundespräsident Steinmeier formuliert: Islamistischer Terror, Hungersnöte, instabile Partner in West und Ost, eine bisher nicht bekannte Dimension der Cyberkriminalität, zahlreiche gewaltsame Konflikte und wachsende Migrationsströme. In einer solchen Zeit befassen wir uns mit Umwelt- und Klimaschutz?

Ja, verehrte Gäste, das tun wir. Und das muss niemanden wundern: Der Klimawandel trägt zu dieser Instabilität bei. Klimawandel ist weder eine nebulös Bedrohung aus der fernen Zukunft, noch Panikmache oder eine „Erfindung“: Klimawandel ist in vielen Ländern der Welt bereits real: Vermehrte Extremwetterereignisse, das spüren auch die USA, extreme Dürren, vor allem in Asien und Afrika, veränderte Regenfälle, darunter leidet die Landwirtschaft. Der Klimawandel bedroht Lebensräume, bedroht die Ernährungssicherheit, ist Mitursache für Migration und damit als sog. thread-multiplyer“ eine Herausforderung auch für die Sicherheitspolitik.

Klimaforscher zeichnen ein düsteres, sehr bedrohliches Bild: Wie wird die Welt 2050 aussehen, wie am Ende des Jahrhunderts? Unter welchen Bedingungen werden unsere Kinder und Enkel aufwachen, wenn der menschengemachte Klimawandel ungebremst fortschreitet und wir bisher durch die Nutzung fossiler Energieträger.

Das gute aber ist: Die Lösungen sind bereits greifbar: Wir haben die Technologien, klimaneutral zu produzieren, erneuerbare Energien werden immer günstiger, der Emissionshandel setzt neue Anreize, Energieeffizienz kann ganze Kraftwerke ersetzen. Ein Umsteuern bringt auch wirtschaftliche Vorteile: Die EU hat mit ihren ehrgeizigen Klimazielen das Potential, sich an die Spitze einer Entwicklung zu setzen mit Innovationen und modernsten, grünen Hochtechnologien, die Arbeitsplätze schaffen und Wachstum ermöglichen.

Auch in Entwicklungsländer entstehen Synergien zwischen Klimaschutz und Armutsbekämpfung sowie Energieversorgung für Alle - eine Voraussetzung für Entwicklung. Denn die Energieversorgung wird am besten dezentral und aus erneuerbaren Quellen organisiert.

Die Frage bleibt: Wie kommen wir in diese Zukunft? Wir brauchen Informationen – über die Bedrohungen, aber auch über die Lösungen. Und das, verehrte Damen und Herren Journalisten, ist Ihre Aufgabe! Und der kommen Sie in hervorragender Weise nach. Das zeigt die rege Teilnahme an diesem Wettbewerb; 150 Beiträge: 150 Beiträge! Zum fünften Mal wird der wichtige Preise „Dziennikarze dla Klimatu“ dieses Jahr verliehen. Er zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Umweltjournalistenverband (Klub Publicystów Ochrony Srodowiska) EKOS und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt echte Früchte trägt.

 

Verehrte Damen und Herren,

In diesem und im nächsten Jahr verbindet Polen und Deutschland eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz: Am Wochenende endete die COP 23 in Bonn unter Präsidentschaft der Fidji-Inseln. Den Staffelstab geben wir im kommenden Jahr an die Polnische Präsidentschaft weiter.  COP 24 findet in Katowice statt – nach Posen und Warschau bereits zum dritten Mal in diesem Jahrhundert in Polen!

Auch Deutschland hat sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben: Die Bundesregierung hat das Ziel, die Treibhausgase 2050 um 80 bis 95% ggü 1990 zu senken. Die Maßnahmen aus unserem  Klimaschutzplan 2050 umfassen daher alle Sektoren CO 2 –Verursacher: Angefangen von der Energieerzeugung über die Industrie- und Verkehrspolitik bis zur Gebäudetechnik und Land- und Forstwirtschaft. In all diesen Bereichen erfordert das echten Wandel.

Die Energiewende ist Teil dieses Wandels. Sie ist unser Weg in eine sichere, klimafreundliche und wirtschaftliche erfolgreiche Zukunft. Schon heute sind Erneuerbare Energien die wichtigste Stromquelle bei in Deutschland. Mit der Energiewende

Einen so tiefgreifenden Wandel brauchen wir, um den Klimawandel aufzuhalten. Eine echte Transformation, die von den Menschen mitgetragen werden muss. Eine Gesellschaft trägt solch tiefgreifende Veränderungen aber nur dann mit, wenn Sie gut informiert ist. Und da bin ich wieder bei Ihnen: Dank Ihrer Recherchen, dank Ihrer Veranschaulichung und Aufklärung in Artikeln, Blogs, Radio- und Fernsehbeiträgen werden viele Menschen informiert und überzeugt. Es ist heute, in Zeiten unmittelbarer Krisen, die oft unsere Aufmerksamkeit fangen, das Thema Klimaschutz einem breiteren Publikum anschaulich zu machen.

Daher danke ich allen, die an diesem Wettbewerb teilgenommen haben. Bleiben Sie am „Klimaball“ zu bleiben. Als Präsidentschaft der COP 24 in zwei Jahren übernimmt  Polen eine besondere Rolle im internationalen Klimaschutz. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen, warum Klimaschutz jeden angeht und warum wir nicht warten können.

 

Einen ganz herzlichen Dank an Sie, Herr Minister, an die Mitglieder der Jury, Herrn Wójcik, Herrn Witte sowie an alle Beteiligten dafür, dass wir heute diese Gala gemeinsam feiern können. Die starke Resonanz auf den Wettbewerb lässt hoffen, dass wir uns auf eine Fortsetzung dieser Initiative freuen können. Ich freue mich auf Ihre weitere interessante Berichterstattung zu Umwelt- und Klimafragen.

Warschau, den 20.11.2017